Nachfrage gestillt?

Viele Fragezeichen tauchten sicherlich bei vielen Landauer Eltern auf, als sie diese Überschrift (ohne Fragezeichen) im Pfälzer Tageblatt der Rheinpfalz vom 15.06.2011 lasen. Hintergrund war die Vorlage des Kindertagestättenbedarfsplanes durch Bürgermeister Hirsch. Es ist richtig, in den letzten Jahren ist viel passiert, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes und auch die der Kindertagesstätten tun alles um die Eltern zufrieden zu stellen, aber wenn man in die Details der Zahlen schaut oder auch die alltägliche Praxis für die Eltern betrachtet, sieht diese vermeintlich gute Situation alles andere als rosig aus. So überstieg die Zahl der Bewerbungen an einer Kindertagesstätte beispielsweise die Aufnahmekapazität um das Dreifache.

 

Ein paar Zahlenbeispiele aus der Fortschreibung des Kindertagesstättenbedarfsplans vom März 2011 geben ein differenziertes Bild ab: Nur für 9 % der Kinder unter 2 Jahren gibt es einen Krippenplatz, weitere 7% werden über die Tagespflege abgedeckt. Nur 50% der Kinder ab 2 Jahren haben die Chance auf einen Ganztagesplatz im Kindergarten. Wobei hier hinzuzufügen ist, dass fast alle Kindergärten außer dem kommunale und dem universitäre Kindergarten spätestens um 16:30 Uhr schließen. Wie man hier Familie und Berufstätigkeit in Einklang bringen soll, ist ein Rätsel. Ein typischer Pendler benötigt 30 bis 60 Minuten zum Arbeitsplatz. Hier bleibt kaum noch Zeit für eine annähernde Ganztagsbeschäftigung, insofern müssen hier weitergehende Angebote an die Eltern gemacht werden. Das ist noch eine alles andere als zufrieden stellende Situation.

 

Bis man sagen kann, die Nachfrage sei gestillt ist noch ein langer Weg.

 

Aktuell lautet die Antwort: „Noch lange nicht!“

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